Die Sparrenburg wurde vermutlich am Ende des 12. Jahrhunderts auf Veranlassung des Grafen von Ravensberg erbaut. Ihre erste bekannte urkundliche Erwähnung erfuhr sie erst 1256. Ursprünglich war sie ein Verwaltungs- und Wohnsitz der Grafen von Ravensberg.
Neben diesen Aufgaben diente sie der Sicherung des Passes durch den Teutoburger Wald (dem überlieferten Ort der Varusschlacht): das Territorium der Grafschaft erstreckte sich über diesen Höhenzug. Die 1214 von Graf Hermann IV. gegründete Stadt Bielefeld war für ihren militärischen Schutz selbst verantwortlich und konnte auf Burgmannen oder, später, Truppen auf der Festung nicht zurückgreifen.Mit dem Ende der ravensbergischen Manneslinie gelangte die Grafschaft 1346 durch Heirat in den Besitz der Herzöge von Berg (ab 1457 Jülich und Berg). Seither wurde die Burg im Auftrag des Landesherrn von einem Drost verwaltet. Analog wie vordem das Haus Berg erbten 1511 die Herzöge von Kleve, Grafen zur Mark, die Gebiete und entwickelten so das größte Territorialgefüge Nordwestdeutschlands. Ab 1535 veranlassten sie den Ausbau der mittelalterlichen Sparrenburg zur neuzeitlichen Festung auf dem Sparrenberg. Im selben Jahr wurde der Münsteraner Wiedertäuferkönig Johann von Leiden wegen seiner Vergehen auf der Sparrenburg inhaftiert und öffentlich ausgestellt. Die Wiedertäufer waren eine von Kirche und Staat nicht tolerierte christliche reformatorische Bewegung. Nach dem Tod des letzten klevischen Herzogs 1609 stritten sich die nächsten Erben, die wittelsbachischen (bayerischen) Grafen von Pfalz-Neuburg mit den hohenzollerischen Markgrafen von Brandenburg und beide mit den vom Kaiser vorbehaltlich mit dem Gesamthaus Kleve belehnten Kurfürsten und Herzögen von Sachsen im jülich-klevischen Erbfolgestreit um die Gebiete. Europäische Großmächte traten als Verbündete auf. Eine kriegerische Auseinandersetzung konnte aber schließlich glücklicherweise abgewendet werden. Bis zu einem in Xanten am 12. November 1614 geschlossenen Vergleich verwalteten die beiden Erben die Gebiete gemeinschaftlich. Dann resultierte, dass den Brandenburgern Kleve, Mark und Ravensberg zugesprochen wurde, die Pfalz-Neuburger erhielten Jülich und Berg. Auf der Sparrenburg wurden verbündete holländische Truppen einquartiert. Während des 30-jährigen Krieges erlebten Burg und Stadt eine wechselvolle Geschichte. Spanische und kaiserliche Truppen, auch unter General Tilly, machten den Holländern und Brandenburgern den Besitz der Festung mehrfach streitig. 1626 brandschatzten sie Bielefeld. Abziehende kaiserliche Truppen schleiften einmal die Schanzen um die Festung, setzten sie Jahre später, als sie sie abermals besetzten, wieder instand. Schwedische Truppen sorgten für eine fast einjährige, erfolgreiche Belagerung der Festung, eine ihrer schwersten überhaupt, als sie sich 1636 in der Hand einer kaiserlichen Besatzung befand. Erst im Düsseldorfer Teilungsvertrag legten die Kontrahenten am 8. April 1647 ihre Streitigkeiten bei und bestätigten die Zugehörigkeit Ravensbergs zum Kurfürstentum Brandenburg, wie schon im Xantener Vergleich (s. o.) vereinbart. Im Laufe seiner Regierungszeit 1640 - 88 war der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm I., der brandenburgische Landesherr, häufiger und gerne auf der Burg und Festung bei Bielefeld. Zwei seiner Kinder wurden hier geboren. Er ordnete das Wirtschaftsleben und gründete die Bielefelder Legge, eine Leinenprüfanstalt, die den weithin und bis ins 20. Jahrhundert währenden guten Ruf des Bielefelder Leinens begründete. Im niederländisch-französischen Krieg 1672 - 79, einem Eroberungskrieg des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV., unterstützte der Große Kurfürst die verbündeten Holländer.
Hieraus resultierten zwei Belagerungen von Stadt bzw. Festung. Aus der ersten kauften sich die Bielefelder 1673 frei, die zweite galt 1679 der Festung. Hier gelang dem Festungskommandanten Rabe (oder Raban) Hermann von Cloedt (sprich Klott) die Franzosen über die wahre Stärke der Besatzung zu täuschen, so dass diese auf den Versuch verzichteten, die Festung anzugreifen. Mehr...1701 krönte sich Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, mit Erlaubnis des Kaisers als Friedrich I. zum König in Preußen. Dies gilt als Gründung des preußischen Staates. Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Burg und Festung wegen der Entwicklung der Artillerie militärisch bedeutungslos. Die Herrschenden beschlossen ihre Entfestung; die Anlage verfiel. Schließlich wurde sie am Ende des 18. Jahrhunderts geschleift, alle baufälligen Gebäude abgebrochen und der Brunnen zugeschüttet. Friedrich II., der Große, gab die Verblendsteine der Außenmauern für die 1775 gebaute Garnisonskaserne am Fuße des Burgberges frei: Bielefeld war unter brandenburgisch-preußischer Herrschaft ab 1713 Garnisonsstadt. Im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) nutzen die Franzosen die Burg und Festung als Kornlager. Ein in der Nähe erwartetes Gefecht war für die Anlage ohne Bedeutung: ein unter britischem Kommando des Herzogs von Cumberland stehendes Heer aus Einheiten aus deutschen Ländern und ein preußisches Heer brachten sich südlich des Bielefelder Passes gegen die Franzosen in Stellung. Taktische Gründe veranlassten ihren Abzug. 1766 wird letztmalig von einem Drost auf dem Sparrenberg berichtet. Das Wirtschaftsgebäude auf der Sparrenburg, der Vorläufer des Palas, wurde ab 1743 als Gefängnis genutzt, das bis Ende des 19. Jahrhunderts Bestand haben sollte. Gegenüber wurde ein Invalidenhaus für die aus den preußischen Kriegen zerstörten Soldatenexistenzen eingerichtet. Das 19. Jahrhundert steht aber auch im Zeichen der Öffnung der Burg und Festung als historisches Wahrzeichen und Ausflugsziel. Im Zuge einer für diese Zeit typischen Burgenromantik wurde auf Betreiben des 'Comité zur Wiederherstellung des Thurmes auf dem Sparenberge' 1842/43 auf die Reste des Bergfrieds ein Aussichtsturm gebaut. Privater Initiative war es zu verdanken, dass außerhalb der Burg und Festung, direkt vor der stadtseitigen Mauer, der Nordostkurtine, ein großes Ausflugslokal, die "Berglust", eröffnet wurde, das bis weit ins 20. Jahrhundert bestanden hatte. Nach dem Ende der staatlichen Nutzung erwarb die Stadt 1879 schließlich die Anlage und baute das Palasgebäude (s. Fotos auf dieser Seite), in das dann um die Wende zum 20. Jahrhundert das Museum des Historischen Vereins, der Vorgänger des Historischen Museums, einzog. 1900 wurde die Einweihung des Kurfürstendenkmals unter Teilnahme seines Stifters, des letzten Grafen von Ravensberg und letzten deutschen Kaisers, Wilhelms II., begangen. Während der nationalsozialistischen Diktatur fand zu Friedenszeiten wenigstens ein Gaufest auf der Sparrenburg statt. Für den Krieg wurde sie als aktive und passive Militäranlage reaktiviert: Die Kasematten wurden zum Teil als Luftschutzbunker genutzt, auf der Anlage selbst Flakgeschütze aufgestellt und eingesetzt. Letztendlich resultierte der Militarismus in beträchtlichen Zerstörungen an und auf der Sparrenburg durch angloamerikanische Fliegerbomben. Nach Erledigung der grundlegenden Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten steht die Burg und Festung in ihrer Rolle als Ausflugsziel und historisches Wahrzeichen wieder im Mittelpunkt des Interesses. Neben seiner Nutzung als Gaststätte dienten die Räume im Obergeschoss des Palas' zeitweise einem Spielkartenmuseum als Ausstellungsbereich. Weitere Restaurierungen folgten, besonders zu erwähnen ist die der Wiederherstellung des Mauerwerks am Scherpentiner in den 1980er Jahren. Verschiedene kulturelle Aktivitäten konnten sich auf der Sparrenburg etablieren. |